CastForge 2026 in Stuttgart – Eindrücke vom internationalen Branchentreff für Gießerei und Schmieden

Die CastForge 2026 ist Geschichte – und sie hat Spuren hinterlassen. Vom 9. bis 11. Juni 2026 traf sich die internationale Gießerei- und Schmiedebranche auf der Messe Stuttgart. Auch HICONFORM eG war dabei – diesmal als Fachbesucher. Hier sind unsere Eindrücke.

Die Messe in Zahlen – Rekord in Stuttgart

Die CastForge hat sich seit ihrer Gründung 2018 zum zentralen europäischen Treffpunkt für Guss- und Schmiedeteile entwickelt. 2026 war sie erstmals vollständig ausgebucht: Rund 530 internationale Aussteller aus 30 Ländern präsentierten in den Hallen 8 und 10 die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohling über die maschinelle Bearbeitung bis zum montagefertigen Bauteil.

Zwei Drittel der Aussteller kamen aus Deutschland und Europa. Frankreich, Italien und Portugal waren mit starken Verbandsgruppen vertreten. Ergänzt wurde die CastForge 2026 erstmals durch die benachbarte Make-to-Order Days in Halle 9 – eine neue Einkäufermesse für Präzisionsteile und Auftragsfertigung, die zusätzlichen Mehrwert für Einkäufer brachte.

HICONFORM auf der CastForge – damals Aussteller, heute Besucher

HICONFORM eG kennt die CastForge nicht erst seit diesem Jahr. Wir waren in der Vergangenheit selbst als Aussteller auf der Messe vertreten und haben die Plattform genutzt, um unsere Leistungen im Gießereimodellbau, Formenbau und Reverse Engineering einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.

2026 haben wir bewusst auf einen eigenen Stand verzichtet – und das im Nachhinein bedauert. Denn die Messe hat gezeigt: Gerade für spezialisierte Betriebe des Gießereimodellbaus wie HICONFORM wäre eine Präsenz als Aussteller sinnvoll gewesen. Tatsächlich war vor Ort nur ein einziger weiterer Modellbauer anzutreffen. Die Nische ist klein – aber die Nachfrage nach qualifizierten Partnern für Gießereimodelle, Kernkästen und Modelleinrichtungen ist vorhanden.

Unser Besuchstag – ruhiger als erwartet, aber aufschlussreich

Unser Besuch fiel auf den letzten Messetag, den 11. Juni. Der Andrang war an diesem Tag überschaubar – doch das täuschte über die Stimmung hinweg. In Gesprächen mit Kunden und Branchenkollegen wurde schnell deutlich: Der Vortag war ausgesprochen gut besucht. Wer an einem der ersten beiden Messetage vor Ort war, erlebte eine vollere, lebendigere Veranstaltung.

Dennoch bot auch der letzte Tag wertvolle Gelegenheiten für intensive Fachgespräche – ohne das Gedränge der Hauptbesuchstage.

Stimmung in der Branche – vorsichtiger Optimismus

Die Stimmung unter Ausstellern und Besuchern war gut. Es bewegt sich wieder etwas in der Gießereibranche – nach einer schwierigen Phase scheinen sich die Auftragsbücher in Teilen zu füllen. Für Zulieferer der Gießerei, darunter Betriebe des Gießereimodellbaus und Musterbaus, ist das eine ermutigende Entwicklung.

Gleichzeitig sind die strukturellen Herausforderungen allgegenwärtig:

  • Bürokratie – der Verwaltungsaufwand für deutsche Betriebe wächst
  • Energiekosten – nach wie vor ein zentrales Thema, das die Wettbewerbsfähigkeit belastet
  • Lohn- und Lohnnebenkosten – besonders im direkten Vergleich mit osteuropäischen und asiatischen Wettbewerbern spürbar

Verschiebung im internationalen Wettbewerb – weniger Fernost, mehr Türkei

Ein auffälliges Bild auf der diesjährigen CastForge: Anbieter aus dem fernen Osten waren deutlich weniger präsent als in Vorjahren. Dafür war die türkische Gießereiindustrie stark vertreten – mit einer Vielzahl von Unternehmen, die offensiv um europäische Kunden warben.

Unter deutschen Marktteilnehmern kursiert die Vermutung, dass ausländische Gießereien von massiven staatlichen Subventionen der Schwerindustrie profitieren. Das ermöglicht es ihnen, zu Preisen anzubieten, mit denen deutsche Betriebe in ihrer aktuellen Kostensituation kaum mithalten können. In einer wirtschaftlichen Schwächephase versuchen diese Anbieter, systematisch Marktanteile zu übernehmen – auch im Bereich der Zulieferer für Guss- und Schmiedeteile.

Das ist kein neues Thema – aber auf der CastForge 2026 wurde es besonders offen diskutiert.

KI im Gießereimodellbau – massives Interesse

Ein Thema zog in unseren Gesprächen besondere Aufmerksamkeit auf sich: Künstliche Intelligenz im Betriebsalltag.

Wir berichteten aus eigener Erfahrung, wie HICONFORM KI bereits heute konkret einsetzt – für die automatisierte Maßprotokollerstellung aus technischen Zeichnungen und für die KI-gestützte Angebotskalkulation im Gießereimodellbau und Formenbau. Besonders die Perspektive, dass Kunden künftig durch den einfachen Upload ihrer Zeichnung selbst einen Richtpreis abrufen können, stieß auf massives Interesse und Nachfragen.

Das zeigt: Die Branche ist offen für digitale Lösungen – und sucht nach Partnern, die nicht nur über KI reden, sondern sie bereits produktiv einsetzen.

Zwei neue Kontakte – einer hat bereits angefragt

Abseits der großen Messehallen entstehen auf der CastForge die wertvollsten Gespräche: direkt, fachlich, auf Augenhöhe. Uns ist es gelungen, zwei potenzielle Neukunden auf HICONFORM und unsere Leistungen im Gießereimodellbau, Reverse Engineering und Musterbau aufmerksam zu machen. Einer davon hat bereits konkret angefragt.

Das allein macht den Messebesuch zum Erfolg.

Fazit – die CastForge bleibt ein Pflichttermin

Die CastForge 2026 hat bestätigt, was wir von dieser Messe erwarten: einen konzentrierten Blick auf den europäischen Markt für Guss- und Schmiedeteile, echte Fachgespräche und wertvolle Kontakte. Für spezialisierte Betriebe des Gießereimodellbaus wie HICONFORM ist die Messe ein wichtiger Seismograf für die Lage der Gießereibranche – und damit auch für unsere eigene Auftragslage.

2028 werden wir wieder dabei sein – dann sehr wahrscheinlich wieder als Aussteller.

2028 werden wir wieder dabei sein – dann sehr wahrscheinlich wieder als Aussteller.

Weitere Informationen zur Messe: CastForge – Internationale Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile

Sie haben Fragen zu unseren Leistungen im Gießereimodellbau, Formenbau oder Reverse Engineering? Kontaktieren Sie uns – wir freuen uns auf das Gespräch.